Pflegeprämie in der Altenpflege: SPD Sachsen-Anhalt plädiert für Aufstockung aus Landesmitteln

„Keine andere Berufsgruppe trägt so ein Corona-Risiko“ | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Die SPD Sachsen-Anhalt hat die Entscheidung des Bundestages für die Zahlung einer Pflegeprämie in der Altenpflege begrüßt. Der Landesvorstand der Partei sprach sich in einem Beschluss dafür aus, dass das Land Sachsen-Anhalt die im Gesetz vorgesehene Möglichkeit nutzt, die Prämie aus Landesmitteln aufzustocken. Die steuerfreie Einmalzahlung würde damit für Vollzeitbeschäftigte von 1.000 Euro auf 1.500 Euro steigen.

„Es gibt kaum eine Berufsgruppe, die in der Corona-Krise so eine Last trägt und ein solches Risiko eingeht wie die Altenpflegerinnen und Altenpfleger“, erklärte der SPD-Landesvorsitzende Andreas Schmidt. „Auch in Sachsen-Anhalt spielt sich ein Großteil des Infektionsgeschehens in Alten- und Pflegeheimen ab. Die Betreuung der betroffenen Menschen und der anderen Bewohnerinnen und Bewohner ist gelebte Solidarität. Aber nicht nur das: Diese Arbeit unter strengen Hygieneregeln ist auch ein wichtiger Schutz gegen eine weitere Ausbreitung der Pandemie in unserer Gesellschaft. Das sollte uns auch in Sachsen-Anhalt die Aufstockung wert sein. Pflegekräfte leisten hier nicht weniger als anderswo.“

Die SPD geht von 16 Millionen Euro Kosten für das Land aus. In Sachsen-Anhalt arbeiten ungefähr 39.000 Pflegekräfte in der Altenpflege. Der Betrag sei für das Land verkraftbar, sagte Schmidt, der auch finanzpolitischer Sprecher der SPD im Landtag ist.

Die einmalige Zahlung löse allerdings das strukturelle Problem der Unterbezahlung in der Altenpflege nicht, bekräftigte der SPD-Landesvorsitzende: „Pflege ist Schwerstarbeit; körperlich und mental. Wer glaubt, diese zentrale gesellschaftliche Leistung dauerhaft für Billiglöhne einkaufen zu können, wird sich bald getäuscht sehen. Fachkräfte müssen gewonnen, ausgebildet – und dann aber auch gehalten werden. Das geht nur mit gutem Geld für gute Arbeit. An diese Aufgabe müssen Arbeitgeber und Pflegekassen zusammen mit Bund und Ländern ran.“

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