Aborigines besuchen die Franckeschen Stiftungen

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Stadtgeschehen | Vermischtes
von Tobias Fischer

Australische Linguisten erleben eine Führung durch das Archiv der Franckeschen Stiftungen in Vorbereitung auf das 175. Missionsjubiläum in Südaustralien.

Aborigines besuchen die Franckeschen Stiftungen

Besuch aus Australien wird am Donnerstag in den Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) begrüßt: Aborigines werden die Saalestadt besuchen. Unter anderem stehen Rundgänge durch das Historische Waisenhaus und die Kunst- und Naturalienkammer sowie die Historische Bibliothek an.

Zum 350. Jubiläum August Hermann Franckes im Jahr 2013 wird es genau 175 Jahre her sein, dass die ersten beiden Missionare der Dresdner Mission in den Süden Australiens reisten, um vor Ort mit der indigenen Bevölkerung zu arbeiten. Die Dresdner Mission war der Nachfolgeinstitution der Dänisch-Halleschen Mission August Hermann Franckes in Südindien. Nach halleschem Vorbild lernten die Missionare die Sprachen der Aborigines und berichteten nach Europa über ihre Lebensumwelt und kulturellen Traditionen. Seit ca. 20 Jahren stehen diese Dokumente wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Eine Delegation von Aborigines, darunter Sprachlehrer und Linguisten, die derzeit zu Gast im Leipziger Missionswerk sind, wird am Donnerstag, dem 11. August 2011 im Archiv der Franckeschen Stiftungen die hier im Rahmen des Depositvertrages aufbewahrten originalen Dokumente der Australienmission besichtigen.

In drei säurefreien Archivkartons werden heute die wertvollen Briefe und Schriftstücker der Missionare sorgsam aufbewahrt. Sie sind Zeugen eines Kulturkontakts, in Folge dessen es gelingen sollte, Rückzugsorte für die indigene Bevölkerung Australiens zu schaffen. Dieser ambitionierten Mission im Süden Australiens war kein Erfolg beschieden, 1846 gaben die Entsendeten ihren Auftrag zurück. Der kulturelle Ertrag ihres Wirkens wird heute jedoch unendlich hoch eingeschätzt. Auf der Basis der linguistisch fundierten Ausführungen der Missionare werden heute wieder Sprachkurse durchgeführt, das erfolgreichste ist derzeit das „Kaurna Language Reclamation Program“, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Universität Adelaide.

Die Dresdner Mission war 1836 gegründet worden und übernahm ein Jahr später die von August Hermann Francke betreute Dänisch-Hallesche Mission in Südindien. Elf Jahre später zog sie von der Elbe nach Leipzig um und arbeitete seitdem unter dem Namen Leipziger Mission weiterhin in der Tradition der halleschen Missionare. Diese enge historische Verbindung wurde 2006 mit der Übergabe des Archivs des Leipziger Missionswerks als Dauerleihgabe an das Archiv der Franckeschen Stiftungen gestärkt. Hier sind heute auch die Dokumente zu finden, die die Vorbereitungen und den Beginn der Missionsreise nach Australien nachzeichnen, die von der South Australien Company in London begleitet und vom Geschäftsmann und Parlamentsabgeordneten George Fife Angas (1789-1879) unterstützt worden war. Die Ankunft der ursprünglich für die Mission in Indien vorgesehenen Missionare Clamor Wilhelm Schürmann (1816-1893) und Christian G. Teichelmann im Jahr 1838 wird für die evangelisch-lutherische Kirche in Australien im Jahr 2013 Ausgangspunkt sein, um das 175-jährige Jubiläum dieser außergewöhnlichen Unternehmung zu feiern. Die Franckeschen Stiftungen werden dieses Jubiläum in ihr ganzjähriges Festprogramm anlässlich des 350. Geburtstages August Hermann Franckes einschließen.

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