Uni Halle freut sich über deutschlandweiten Zuspruch

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Universitätsleben | Vermischtes
von Tobias Fischer

Fast vier von zehn deutschen Studienbewerbern an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) kommen diesmal aus den westlichen Bundesländern, eine klare Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Die hallesche Universität kann offenbar mit ihren Alleinstellungsmerkmalen punkten – das legen die Ergebnisse einer Befragung unter Studienanfängern nahe, die das Institut für Soziologie durchgeführt hat. Die Umfrage-Resultate weisen aber auch auf weitere Verbesserungspotenziale hin

Uni Halle freut sich über deutschlandweiten Zuspruch

Fast vier von zehn deutschen Studienbewerbern an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) kommen diesmal aus den westlichen Bundesländern, eine klare Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Die hallesche Universität kann offenbar mit ihren Alleinstellungsmerkmalen punkten – das legen die Ergebnisse einer Befragung unter Studienanfängern nahe, die das Institut für Soziologie durchgeführt hat. Die Umfrage-Resultate weisen aber auch auf weitere Verbesserungspotenziale hin.

Anfang 2009 wurden 788 Studienanfänger (rund jeder vierte) zum Prozess ihrer Studien- und Hochschulwahl sowie zu ihren bisherigen Erfahrungen im Studium befragt. Den Hintergrund der Studie bildet der Hochschulpakt 2020, eine politische Reaktion auf den demografischen Wandel. Er sieht vor, dass in Ostdeutschland frei werdende Studienplatzkapazitäten aufrecht erhalten werden, damit Nachfragüberhänge aus Westdeutschland aufgefangen werden können. An der Martin-Luther-Universität liegt der Anteil westdeutscher Studierender derzeit bei 12,7 Prozent (bezogen auf alle Studierende) bzw. 13,9 Prozent (bezogen auf die Studierenden aus Deutschland).

Einen strategisch wichtigen Anhaltspunkt für die Universität bieten die nun vorliegenden Umfrage-Ergebnisse zu den Motiven der Hochschulwahl. Während die Passung zwischen Studienangebot und individuellen Neigungen für alle Befragten wichtig ist, sind es für Westdeutsche - neben dem gebührenfreien Studium und den günstigen Lebensbedingungen in Halle - häufig einmalige Studienmöglichkeiten, die sie nach Halle führen. 24 Prozent der westdeutschen (und lediglich 12 Prozent der ostdeutschen) Studierenden geben die Aussage "meinen Studiengang kann ich nur an dieser Hochschule studieren" als einen ihrer beiden wichtigsten Gründe für die Hochschulwahl an. "Nicht zuletzt erweisen sich die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten von Studienangeboten als Besonderheit, die zunehmend in das Bewusstsein unserer Zielgruppen rückt und den Ausschlag für ein Studium an der MLU gibt", weiß Torsten Evers, Marketing-Referent der größten Hochschule Sachsen-Anhalts.

Insgesamt sind die westdeutschen Befragten mit den Studienbedingungen in Halle sowohl bezogen auf die Ansprechbarkeit und Kompetenz des Lehr- und Verwaltungspersonals als auch bezüglich der inhaltlichen und zeitlichen Abstimmung der Lehrveranstaltungen zufrieden. Das kommt beispielsweise in der hohen Zustimmung zum Ausdruck, welche die Aussage "Mit meinen fachlichen Fragen konnte ich mich jederzeit an die Lehrenden wenden" fand. Auf einer Skala von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 5 (trifft überhaupt nicht zu) erzielte sie insgesamt einen Mittelwert von 2. Lediglich die Zahl der Teilnehmer je Veranstaltung bot den Befragten Anlass zu gemäßigter Kritik.

"Neben den positiven Aspekten wurden aber auch Verbesserungspotenziale deutlich, wenn der Anteil westdeutscher Studierender an der Martin-Luther-Universität weiterhin erhöht werden soll", sagt MLU-Soziologe Walter Bartl. So berichten westdeutsche Studierende häufiger als ostdeutsche von der Absicht, die Hochschule wechseln zu wollen. Während ostdeutsche Studierende in 81 Prozent der Fälle angeben, keine Wechselabsichten zu hegen, sind es unter den westdeutschen lediglich 71 Prozent. "Darin kommt noch eine gewisse Fremdheit der Zugezogenen in Halle zum Ausdruck", glaubt Bartl. Zu dieser Fremdheit trage auch das Stadtbild von Halle bei. Beispielsweise gaben in der Umfrage 53 Prozent der Teilnehmer (Ost- wie Westdeutsche) an, dass sie sich weniger verwahrloste Häuser wünschen würden. Walter Bartl rät zu Projekten, die Neuankömmlingen ihre neue urbane Umgebung kulturell und sozial näher bringen. Gute Beispiele: die Aktivitäten der Vereine "Halle Willkommen" und "Studenten für Halle".

Auch die Universität selbst sei in dieser Hinsicht sehr aktiv, sagt Marketing-Referent Evers. "Viele Interessenten hegen Vorurteile - die sich aber erledigen, wenn die Menschen sich vor Ort ihr eigenes Bild gemacht haben. Das zeigen unsere Erfahrungen mit dem universitären Besucherdienst." Generell spiele die Stadt in der Kommunikation der MLU eine große Rolle. "Attraktive Studienangebote und Studienbedingungen reichen nicht - als 'Zünglein an der Waage' erweist sich immer wieder die Stadt, deren Ambiente und Angebot an Kultur- und Freizeitangeboten. Halle, immerhin Kulturhauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt, braucht sich hier absolut nicht zu verstecken."

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