Landesinitiative Alphabetisierung und Grundbildung in Sachsen-Anhalt stimmt weitere Strategie ab

Alphabetisierung - FOTO Charlotte Scholz
Sachsen-Anhalt | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Am gestrigen Tag trafen sich die Mitglieder der Landesinitiative Alphabetisierung und Grundbildung zu ihrer Herbstsitzung in Magdeburg. Die Landesinitiative vereint mittlerweile 25 Verbände, Träger und Institutionen aus allen gesellschaftlichen Bereichen.

In Sachsen-Anhalt können ca. 200.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen, um den Beruf und den Alltag erfolgreich bewältigen zu können. Hinzu kommen oftmals weitere Defizite, z. B. in digitalen, finanz-, politisch- oder gesundheitsbezogenen Bereichen. Darüber hinaus wird von 350.000 Menschen mit mangelnden Grundbildungskenntnissen ausgegangen. Noch werden mit den derzeitigen Angeboten zu wenige der Betroffenen erreicht. Die Erhöhung des gesellschaftlichen Bewusstseins sowie der Akzeptanz in der Bevölkerung sind deshalb Voraussetzungen für eine Erhöhung dieses Anteils. Vor allem mit Blick auf den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel und den Strukturwandel mit ständig steigenden Anforderungen an die Kompetenzen der Menschen ist es nicht zu verantworten, einer so große Personengruppe gesellschaftliche Teilhabe nicht ausreichend zu ermöglichen. Darin waren sich die Mitglieder der Landesinitiative einig.

Im Rahmen der EU-Förderperiode 2014-2020 wurde in Sachsen-Anhalt ein ESF Programm „Alphabetisierung und Verbesserung der Grundbildung Erwachsener im Rahmen des lebenslangen Lernens“ aufgelegt, in dessen Rahmen ein Finanzierungsvolumen von 7, 8 Millionen Euro zur Verfügung steht. Mit diesem Programm wurden bisher ca. 35 Projekte gefördert.

Die Vorsitzende der Landesinitiative für Alphabetisierung und Grundbildung, Frau Knabe-Ostheeren, sagte „Ziel ist es auch in Zukunft, Menschen, die nicht oder nur unzureichend lesen, schreiben und rechnen können, zur besseren beruflichen, ökonomischen und insbesondere zur sozialen Teilhabe zu befähigen. Für die Betroffenen können die persönliche Ansprache und konkrete Angebote ein langersehnter Türöffner zu einer Welt sein, in der sie sich dazugehörig fühlen. Es lohnt sich also, um jeden Einzelnen zu kämpfen.“

Derzeit wird ein Landesprogramm Alphabetisierung und Grundbildung entwickelt. Ziel ist es, Maßnahmen zu fördern, die über die Aufgaben des Bildungsressorts hinausgehen. Dieser ganzheitlich ausgerichtete Ansatz erfordert die Einbeziehung weiterer Ressorts der Landesregierung und aller gesellschaftlichen Partner, die an dem Ziel der Verringerung der Zahl, der von funktionalem Analphabetismus Betroffenen, arbeiten. Außerdem soll über befristete Projekte hinaus, eine Verstetigung der Aktivitäten erreicht werden. Die Mitglieder der Landesinitiative bekräftigten ihre Zusage als verlässliche Partner des Bildungsministeriums die notwendige Unterstützung zu leisten.

Um die vielfältigen Aktivitäten und Projekte auf dem Gebiet der Alphabetisierung und Verbesserung der Grundbildung Erwachsener zu vernetzen, fördert das Land eine Fach- und Koordinierungsstelle (FuK) für Alphabetisierung und Grundbildung, die am 1.9.2020 ihre Arbeit aufnahm. Die Mitarbeiter/-innen der Fach- und Koordinierungsstelle stellten sich und den Arbeitsplan in der Sitzung der Landesinitiative vor.  Die FuK folgt auf die Netzwerkstelle, die bisher diese Aufgabe wahrgenommen hat. Die Fach- und Koordinierungsstelle Alphabetisierung und Grundbildung in Sachsen-Anhalt dient vor allem dem Aus- und Aufbau eines landesweiten, flächendeckenden Netzwerkes der anerkannten Einrichtungen der Erwachsenenbildung für die Alphabetisierung und Grundbildung in Sachsen-Anhalt. Sie ist zentraler Ansprechpartner des Netzwerkes, koordiniert, organisiert und fördert den fachlichen Austausch, erarbeitet Konzeptionen und unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums. Außerdem führt sie Beratungen und Fachveranstaltungen mit Partnern der Alphabetisierung und Grundbildung in Sachsen-Anhalt durch.

Die Fach- und Koordinierungsstelle Alphabetisierung und Grundbildung wird zunächst für die Dauer der nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung bis 2026 vom Land gefördert. Sie arbeitet eng mit der Landesinitiative zusammen. Die Leiterin, Frau Jacobs, wurde in den Vorstand der Landesinitiative gewählt.

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