Trotz digitaler Konkurrenz verzeichnet Einzelhandel in Halle mehr Kunden

Commerzbank | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Hallesche Einzelhändler sind positiv gestimmt: 68 Prozent der Unternehmer beurteilen die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Branche als sehr gut oder stabil. Auch für dieses Jahr ist die Mehrheit (80 Prozent) optimistisch. Trotz zunehmender Digitalisierung verzeichnen 38 Prozent der Einzelhändler in der Region mehr Kunden als vor fünf Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die 5. Unternehmerkunden-Studie im Auftrag der Commerzbank.

Für die repräsentative Erhebung wurden bundesweit 3.500 Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragt, davon 50 in Halle. Damit die Kunden dem Einzelhandel auch in Zukunft treu bleiben, wünscht sich dieser von der Stadt vor allem einen Ausbau der Breitbandversorgung und Investitionen in die Attraktivität der Innenstadt. Die Händler sind aber auch selbst aktiv, um Kunden zu binden: 43 Prozent bieten Rabattaktionen an. Auch personalisierte Angebote und Kundenveranstaltungen sind in Halle beliebt.

Fehlende Fachkräfte sind größte Herausforderung

Größte Herausforderung für den regionalen Einzelhandel ist der Fachkräftemangel: 67 Prozent sehen dies als Problem. Auch den Preisdruck und steigende Lohnkosten empfinden Viele als Gefahr. „49 Prozent macht zudem der zunehmende Wettbewerb durch Onlinehändler zu schaffen“, sagt Peter Graul, Leiter Unternehmerkunden der Commerzbank Halle. „Viele Einzelhändler reagieren darauf aber bereits mit einer Multikanalstrategie.“ So vertreibt knapp ein Drittel der Halleschen Einzelhändler seine Produkte und Dienstleistungen sowohl stationär als auch online. Die Hälfte vernetzt die Kanäle miteinander und bietet den Kunden flexible Einkaufsmöglichkeiten an, wie zum Beispiel die Online-Bestellung und die Abholung im Ladengeschäft.

Digitale Kanäle werden aber nicht nur im Vertrieb, sondern auch in der Kundenkommunikation genutzt. Klarer Favorit der hiesigen Einzelhändler ist dabei Facebook: 35 Prozent kommunizieren über das soziale Netzwerk mit ihren Kunden. Rund ein Viertel bietet einen E-Mail-Newsletter beziehungsweise Online-Feedback über die eigene Website an.

Die Bezahlung erfolgt bei den Einzelhändlern in Halle meist klassisch: 45 Prozent der Kunden zahlen bar, weitere 22 Prozent per Rechnung. Ein Viertel der Unternehmer bietet Kunden beim Kauf auch eine Finanzierung oder Ratenzahlung an. Kontaktlose Kartenzahlung ist bei 35 Prozent bereits möglich. „In diesem Bereich sehen wir großes Potenzial“, sagt Graul. „Daher gehören wir zu den Vorreitern beim mobilen Bezahlen und haben als eine der ersten Banken in Deutschland Google Pay eingeführt.“

Nachfolge-Suche vor allem in der eigenen Familie

12 Prozent der Halleschen Einzelhändler gehen davon aus, in den nächsten fünf Jahren einen Nachfolger für ihr Unternehmen suchen zu müssen. Bei der Suche spielt die eigene Familie die größte Rolle. „Von ihrer Bank erwarten Einzelhändler vor allem eine Beratung in finanziellen, steuerlichen und rechtlichen Fragen. 31 Prozent wünschen sich auch eine digitale Plattform für die Nachfolge-Planung“, erläutert Graul. „Mit unserem neuen Nachfolge-Portal unterstützen wir den Unternehmer in allen Phasen des Verkaufsprozesses, z.B. bei der Suche nach einem Käufer und der Unternehmensbewertung.“

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