Weltalphabetisierungstag – Fach- und Koordinierungsstelle nahm Arbeit auf

Sachsen-Anhalt | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Aus Anlass des heutigen Weltalphabetisierungstages betonen das Bildungsministerium und die Landesinitiative für Alphabetisierung und Grundbildung die hohe bildungspolitische Bedeutung von Alphabetisierung und Grundbildung. Das macht allein die Zahl von ca. 6,2 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 in Deutschland deutlich, die nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen können, um den Beruf und den Alltag erfolgreich bewältigen zu können. Hinzu kommen oft weitere Defizite, z. B. in digitalen, finanz-, politisch- oder gesundheitsbezogenen Bereichen.

In Sachsen-Anhalt sind ca. 200.000 Personen betroffen. Darüber hinaus wird von 350.000 Menschen mit mangelnden Grundbildungskenntnissen ausgegangen. Noch werden mit den derzeitigen Angeboten zu wenige der Betroffenen erreicht. „Vor allem mit Blick auf den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel und den Strukturwandel mit ständig steigenden Anforderungen an die Kompetenzen der Menschen können wir es uns nicht leisten“, so Bildungsminister Tullner, „einer so großen Personengruppe gesellschaftliche Teilhabe nicht ausreichend zu ermöglichen.“

Im Rahmen der EU-Förderperiode 2014-2020 wurde in Sachsen-Anhalt ein ESF Programm „Alphabetisierung und Verbesserung der Grundbildung Erwachsener im Rahmen des lebenslangen Lernens“ aufgelegt, für das ein Finanzierungsvolumen von 7,8 Millionen Euro zur Verfügung steht. Mit diesem Programm konnten bislang 35 Projekte gefördert werden.

Die Vorsitzende der Landesinitiative für Alphabetisierung und Grundbildung, Frau Knabe-Ostheeren, sagte: „Ziel ist es auch in Zukunft, Menschen, die nicht oder nur unzureichend lesen, schreiben und rechnen können, zur besseren beruflichen, ökonomischen und insbesondere zur sozialen Teilhabe zu befähigen. Auch für die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege als Partner der Landesinitiative ist der Weltalphabetisierungstag ein erneuter Weckruf, sich an diese gesellschaftliche Gesamtaufgabe und Verpflichtung zu erinnern und zu handeln. Für die Betroffenen können die persönliche Ansprache und konkrete Angebote ein langersehnter Türöffner zu einer Welt sein, in der sie sich dazugehörig fühlen. Es lohnt sich also, um jeden Einzelnen zu kämpfen.“

Derzeit wird ein Landesprogramm entwickelt, das sich an das ESF-Programm anschließen soll. Ziel ist es, Maßnahmen zu fördern, die über die Aufgaben des Bildungsressorts hinausgehen. Dieser ganzheitlich ausgerichtete Ansatz erfordert die Einbeziehung weiterer Ressorts der Landesregierung und aller gesellschaftlichen Partner, die an dem Ziel arbeiten, die Zahl der von funktionalem Analphabetismus Betroffenen zu reduzieren. „Außerdem müssen wir über befristete Projekte hinaus, eine Verstetigung der Aktivitäten erreichen“, betonte der Minister.

Um die vielfältigen Aktivitäten und Projekte auf dem Gebiet der Alphabetisierung und Verbesserung der Grundbildung Erwachsener zu vernetzen, fördert das Land eine Fach- und Koordinierungsstelle für Alphabetisierung und Grundbildung, die am 1.9.2020 ihre Arbeit aufnahm. Diese dient vor allem dem Aus- und Aufbau eines landesweiten, flächendeckenden Netzwerkes der anerkannten Einrichtungen der Erwachsenenbildung für die Alphabetisierung und Grundbildung in Sachsen-Anhalt. Sie ist zentraler Ansprechpartner des Netzwerkes, koordiniert, organisiert und fördert den fachlichen Austausch. Außerdem führt sie Beratungen und Fachveranstaltungen mit Partnern der Alphabetisierung und Grundbildung in Sachsen-Anhalt durch.

Bildungsminister Marco Tullner: „Wir bekennen uns zu dieser wichtigen Aufgabe. Deshalb fördern wir die Fach- und Koordinierungsstelle Alphabetisierung und Grundbildung zunächst für die Dauer der nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung bis 2026. “

 

Beitrag Teilen

Zurück