Zufall oder Glück?

Alltag | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Diejenigen, die in Liebe, Arbeit oder Leben keine Schwierigkeiten haben, werden oft als Glückskinder bezeichnet. Dieser Ausdruck kann zu Verzweiflung führen, weil er Talent, Arbeit und Risiko zunichte macht und alle Verdienste von Menschen nivelliert, die es gewagt haben, die Realität zu erobern. Was versteht man aber unter dem Begriff Realität? Das ist, was sie getan und erreicht haben, was sie herausgefordert haben und wofür sie Risiken eingegangen sind. Das ist kein Glück, weil das Glück eine subjektive Interpretation der umgebenden Realität ist.

Hatten Sie mal Glück im Leben? Haben Sie mal Ihr Glück versucht und diese Webseite besucht? Aber hier geht es überhaupt nicht um Glück, sondern um Ihr Talent, ein Risiko einzugehen. Natürlich kann es nützlich sein, sich selbst als glückliche Person zu bezeichnen. Und auch unter dem Gesichtspunkt des Selbstwertgefühls ist es ziemlich gut, sich selbst als Glückspilz zu betrachten.

Wenn wir Angst vor dem Leben haben, gibt es nach unserer Erfahrung immer etwas, das unsere Untätigkeit rechtfertigt. Wir können das Glück nicht in Frage stellen, aber es liegt in unserer Macht, die Bedingungen zu schaffen, unter denen sich Chancen ergeben. Für den Anfang verlassen Sie den gemütlichen Raum des Vertrauten. Dann hören Sie auf, falschen Wahrheiten zu gehorchen, wo immer sie herkommen. Wenn Sie handeln möchten, wird es immer viele Menschen in Ihrer Nähe geben, die Ihnen versichern, dass alles in dieser Welt unmöglich ist. Ihre Fantasie wird genauso verschwenderisch sein, wenn es darum geht, zu erklären, warum Sie nichts tun sollten, wie es geizig ist, wenn sie selbst etwas tun müssen.

Und zum Schluss öffnen Sie bitte Ihre Augen. Das Erscheinen desjenigen zu bemerken, den die alten Griechen Kairos nannten, also eine günstige Gelegenheit, ein günstiger Moment. Gott Kairos hatte eine Glatze, besaß aber immer noch einen dünnen Pferdeschwanz. Es war  wirklich  schwer, ihn zu fangen, weil die Hand über den Schädel geglitten hat. Das war ja schwierig, aber nicht völlig unmöglich: Sie müssen gut zielen, um den kleinen Schwanz nicht zu verpassen. So werden unsere Augen trainiert, sagt Aristoteles. Das geschulte Auge ist das Ergebnis von Erfahrung. Aber Erfahrung kann sowohl befreien als auch versklaven. Es hängt alles davon ab, wie wir uns auf das beziehen, was wir wissen und was wir eigentlich haben.

Friedrich Nietzsche hat behauptet, dass wir mit dem Herzen des Künstlers oder mit einer zitternden Seele auf Wissen zurückgreifen können. Wenn wir aber Angst vor dem Leben haben, dann gibt es nach unserer Erfahrung immer etwas, das Untätigkeit rechtfertigt. Aber wenn wir uns vom kreativen Instinkt leiten lassen, wenn wir unser Eigentum als Künstler behandeln, dann werden wir darin tausend Gründe finden, es zu wagen, ins Unbekannte gerne zu springen. Und wenn dieses Unbekannte uns bekannt wird, wenn wir uns in dieser neuen Welt zu Hause fühlen, werden andere über uns sagen, dass wir bestimmt Glück haben. Sie werden denken, dass das Glück vom Himmel auf uns gefallen ist und sie werden weiterhin nichts tun, aber das bedeutet überhaupt nicht, dass Sie auch so denken und tun müssen.

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