Ausstellung Knallzelle von Albrecht Fersch

Kategorie:Austellung
Datum: Samstag 11. November 2017 - Mittwoch 6. Dezember 2017
Uhrzeit:

Ein gläserner Kasten der angefüllt ist mit: Detonationen, Kollisionen, Vulkanausbrüchen, Feuersbrünsten, Rauchschwaden. Ein Kiosk: dort holen wir uns die täglichen Katastrophen, von hier aus verteilen sich Neuigkeiten explosionsartig in die Welt.

Albrecht Fersch verwandelt den Kiosk am Reileck in eine Knallzelle. Vom 11. November bis zum 6. Dezember darf man sich nicht mehr wohlbehalten fühlen. Die Explosionen sind gefangen hinter Glas, aber wie sicher ist dieser Schutz? Während am 11. November traditionell in allen Ecken des Landes Kinder mit harmlosen und schön anzusehenden Laternen durch die Straßen ziehen, wird hier eine ganz andere Laterne zum Leuchten gebracht. Katastrophen, wie sie uns täglich aus den Medien erreichen, versammeln sich hier mit geballter Wucht und erschüttern die gesellschaftlichen Seismographen. Die Knallzelle: Sprengkraft, komprimiert auf engstem Raum; wie ein kleiner Urknall kurz vor der Expansion.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Halle (Saale).

Über den Künstler: Albrecht Fersch lebt seit 1995 in Berlin. Er baut komplexe Installationen und Bühnenbilder, er schnitzt Schnee, malt Tanz und Gedanken, zerlegt Klaviere, erzählt mit Möbeln wortlose Geschichten, leitet Gestaltungs- und Performancewerkstätten, schreibt verschmolzene Lyrik und erforscht den Logorealismus. Er rief in Zwickau das Supertheater und in Berlin die Kunstkammer ins Leben. Er liebt die Widersprüchlichkeit, sucht im Chaos nach Ordnung, verbindet Innen und Aussen. Seine Absicht: Das Weben der Welt verbildlichen.

"Bei Fersch ist so ziemlich alles möglich: Er hat schon mit Schnee geschnitzt, Gebäude zum Schweben und Holz zum Explodieren gebracht. Das Chaos schreit nach Ordnung und die träumt vom Chaos." (Antje Lechleiter/Badische Zeitung 9.7.2016)

Thematisch angrenzende Arbeiten von Albrecht Fersch:

"Gedankenkäfig", eine Ansammlung etlicher Texte in einem Käfig (siehe http://www.albrechtfersch.de/texte/texte.html) "Nest" Bilderansammlung von Labyrinthen, Nestern, Knoten, Gewirren, in einem Holzverschlag. (siehe http://www.albrechtfersch.de/projekte/projekte.html)

"kleine Explosion" eine Performance, bei der eine größere Installation aus Holzlatten in Brand gesteckt wurde (siehe http://www.albrechtfersch.de/projekte/projekte.html)

Alle drei Arbeiten sind auch in diesem Katalog zu finden: http://www.albrechtfersch.de/catalogue_albrecht_fersch_2003_-_2013.pdf

KNALLZELLE ALBRECHT FERSCH

Ausstellungszeitraum: 11. November – 6. Dezember 2017

Vernissage: Samstag, 11. November, 17 Uhr

Finissage: Donnerstag 6. Dezember, 17 Uhr

Beitrag Teilen

weitere aktuelle Veranstaltungen

Zurück

„Du bist frei“. Reformation für Jugendliche

20.11.2017 (Montag) |  Austellung

Jahresausstellung im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen

5. Mai – 26. November 2017 

 

Reformation für Jugendliche! Der schwierigsten Zielgruppe für Museen widmen sich die Franckeschen Stiftungen, wenn sie sich dem Thema Reformation nicht historisch, sondern gegenwartsbezogen stellen. Damit stehen sie in der Bildungstradition ihres Gründers August Hermann Francke. Unter dem Titel „Du bist frei“ werden Themen, die die Reformation Martin Luthers entfachten und zu einem gesellschaftlichen Ereignis werden ließen, von den Jugendlichen auf die Relevanz in der Gegenwart hin untersucht. Analoge Impulse und modernste Technik fordern sie zur Interaktion, historische Quellen und Ausschnitte aus der Kultur unserer Zeit regen zum Nachdenken an. Nicht die Ausstellungsobjekte, sondern die jugendlichen Besucherinnen und Besucher stehen hier im Mittelpunkt, die im fachkundig begleiteten Rundgang die Spuren der Reformation in ihrem Leben erkunden werden.

 

Zwei Jahre lang stellten sich der Kurator der Ausstellung und Kustos des Historischen Waisenhauses Dr. Claus Veltmann mit dem Team der Museumspädagogen um Susanna Kovacs, Leiterin des Kinderkreativzentrums Krokoseum der Franckeschen Stiftungen, und dem Büro für visuelle Gestaltung, Architektur und Szenografie Groenlandbasel der Herausforderung, eine Ausstellung für Jugendliche zu konzipieren.

„Wir sind neue Wege gegangen, haben uns selbst neu erfunden, um das komplex historische Phänomen Reformation eben nicht historisch darzustellen, sondern so, dass  Jugendliche mit ihren Erfahrungen daran anknüpfen können.“

 

Im ersten Raum der Ausstellung rufen sie Emotionen auf den Plan. Angst ist das Thema. Es wird in apokalyptischen Bildern die Bedrängnis von Luthers Zeitgenossen durch die Angst vor dem Teufel, dem ungnädigen Gott oder dem Jüngsten Gericht vor Augen geführt und mit einem Video des Filmemachers und Medienkünstlers Murat Haschu (*1965) in die Gegenwart transportiert. Wie Gemeinschaft/Gemeinde der Angst begegnen, wird im zweiten Raum anhand gemeinschaftlichen Handelns in Form einer kooperativen Spielsituation praktisch erprobt. Licht gibt es nur, wenn einer für alle in die Pedalen tritt. Bei neuen Herausforderungen werden Vorbilder gesucht, und so stehen in Raum 3 Christiano Ronaldo, Nelson Mandela oder Emma Watson Martin Luther, Katharina von Bora oder Mutter Theresa gegenüber und werfen die Frage auf: Gibt es heute noch Vorbilder?

Welche Werte verbinden die jugendlichen Besucherinnen und Besucher mit vorbildhaftem Verhalten, fragt Raum 4 der Ausstellung. Ein „Wert-O-Mat“ wird die Vorschläge in einer Tag-Cloud darstellen. Digital wird es in Raum 5, der das Thema  Medien aufgreift. Hier werden reformatorische Flugschriften unter die Lupe genommen. Neben dem Wort hatte für Luther auch die Musik ein identitätsstiftendes Moment. Ein Geräusche-Tisch lädt in Raum 6 mit dem Thema „Popstar Luther“ die Schülerinnen und Schüler dazu ein, aus textlichen sowie musikalischen Versatzstücken eigene Songs zu generieren. Der letzte Raum der Ausstellung bietet in entspannter Atmosphäre Zeit, das Thema „Du bist frei“ in der erlebten Vielfalt zu reflektieren.

 

Parallel zur Ausstellung bietet der WORTWÜRFEL auf der Wiese vor dem Historischen Waisenhaus einen kreativen Aktionsraum, der als Werkstattraum, Projektions- und temporäre Ausstellungsfläche dienen wird. Jugendliche aus der ganzen Stadt Halle sind einmal monatlich freitags eingeladen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Kunst- und Kulturszene Halles selbst aktiv und kreativ zu werden. (Eröffnung am 19. Mai 2017 um 18.00 Uhr.)

 

Die Ausstellung wird am 4, Mai 2017 um 19.30 Uhr mit einem Poetry Slam im Freylinghausen-Saal eröffnet. Johannes Berger aus Hannover, Gewinner des U 20-Slam 2014, Kaddi Cutz aus Dresden, sächsische Vizelandesmeisterin 2016, Anke Fuchs aus Bonn, Gewin-nerin des ZDF Kultur-Slams 2012 und Zoe Hagen aus Berlin, Vizemeisterin beim U-20-Slam 2014, treten gegeneinander an.