Die Oratorische Bibliothek des Königlichen Pädagogiums zu Halle

Die Oratorische Bibliothek des Königlichen Pädagogiums zu Halle
Kategorie:Austellung
Datum: Freitag 27. Oktober 2017
Uhrzeit:
Ort: Franckesche Stiftungen
Dieser Termin wiederholt sich jeden 1. Tag bis zum 08.04.2018.

Neue Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek: Zum herausragenden Bestand der ersten Schülerbibliothek in den Stiftungen - Erstausgaben deutscher Dichtung von Wieland, Goethe, Schiller, Kleist, Novalis und anderen

 Oktober 2017 bis 08. April 2018 - Franckesche Stiftungen | Historische Bibliothek | Haus 22

Die erste Schülern zugängliche Bibliothek in den Franckeschen Stiftungen war am Puls der Zeit im 18. Jahrhundert

Als August Hermann Niemeyer (1744-1828), der Urenkel August Her-mann Franckes, 1784 die Leitung des Pädagogiums übernahm, wurde die zeitgenössische deutsche Literatur zu einem wichtigen Bestandteil des Deutschunterrichts. Niemeyer regte die Einrichtung von Schulbibliotheken an allen Schulen Preußens an. In den Stiftungsschulen setzte er dieses fortschrittliche Ziel um. Schüler erhielten an den Franckeschen Stiftungen erstmals Zugang zu einer eigens für den Schulunterricht konzipierten Bibliothek, »eine(r) Sammlung Kinderschriften, Reisebeschreibungen und Werken der Vortrefflichsten Schriftsteller unserer Nation […]. Aus ihr kann, nach dem Rath und unter Leitung seiner Lehrer, wöchentlich jeder Zögling ein Buch zum Durchlesen erhalten«, so Niemeyer. Heute sind die Bestände der Oratorischen Bibliothek fast geschlossen in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen vorhanden. Mit Hilfe des einzigen, gedruckt erschienenen Kataloges aus dem Jahr 1838  und der handschriftlichen Besitzeinträge in einzelnen Büchern konnte die Bibliothek in den letzten Jahren rekonstruiert und in einer Datenbank erfasst werden.

 

Die Kabinettausstellung  zeigt einen Querschnitt des Bestandes dieser einzigartigen Schulbibliothek und stellt neben Erstausgaben bedeuten-der Dichter wie Lessings »Nathan der Weise« oder Schillers »Wallenstein« auch eine reiche Auswahl an zeitgenössischen Taschen-büchern, Almanachen, Kalendern und Zeitschriften aus.

 

Besucher und Besucherinnen erhalten dadurch einen detaillierten Einblick in eine Schulbibliothek um 1800: Welche Werke waren für den Schulunterricht um 1800 relevant? Welche Bücher gelangten durch Schenkungen in die Bibliothek? Wie wurde die Bibliothek genutzt?  Zahlreiche wertvolle Erstausgaben deutscher Dichtung von u. a. Wieland, Goethe, Schiller, Kleist, Novalis und Seume zeigen, dass in der Oratorische Bibliothek um 1800 Neuerscheinungen des literarischen Marktes  vorhanden waren und im Unterricht zum Einsatz kamen. Diese Neuerscheinungen gehören heute zum Kanon der deutschen Literatur.

 

Ausstellungseröffnung und wissenschaftlicher Workshop

Die Literaturwissenschaftlerin Anne Sturm, die vor einigen Jahren ein Volontariat in den Franckeschen Stiftungen absolvierte, hat ein Buch über die Oratorische Bibliothek geschrieben, das zur Ausstellungseröffnung vorliegen wird. Auszüge aus diesem bebilderten Buch wird Frau Sturm zur Ausstellungseröffnung am 26. Oktober präsentieren. Nach ihrem Vortrag besteht die Gelegenheit, die Kabinettausstellung zu besichtigen, die von der Diplombibliothekarin Anke Mies konzipiert worden ist. Die Ausstellungeröffnung ist in einen wissenschaftlichen Workshop eingebettet. Unter dem Thema »Historische Schulbibliotheken der Frühen Neuzeit – eine Annäherung« veranstaltet das Studienzentrum August Hermann Francke der Franckeschen Stiftungen am  26. und 27. Oktober einen Workshop, zu dem 13 Referenten und Referentinnen aus den Fachgebieten Erziehungswissenschaft, Geschichte, Literaturwissenschaften sowie aus Bibliotheken erwartet werden. Damit findet erstmalig ein Workshop mit dem Fokus auf Schulbibliotheken der Frühen Neuzeit statt

 

Mehr zur Ausstellung: http://bit.ly/2xRLunM

Beitrag Teilen

weitere aktuelle Veranstaltungen

Zurück