4.000 Fachkräfte fehlen in den kommunalen Kitas und Horten in Sachsen-Anhalt

4.000 Fachkräfte fehlen in den kommunalen Kitas und Horten in Sachsen-Anhalt
Symbolbild
von 27. Oktober 2022 0 Kommentare

Die Gewerkschaft ver.di hat sich am 19. Oktober 2022 im Rahmen einer Aktion auf dem Domplatz mit Vertreter*innen von CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linken auf ein Vorgehen gegen den Fachkräftemangel in Kitas und Horten in Sachsen-Anhalt geeinigt. Bereits beginnend im ersten Quartal 2023 werden sich Vertreter*innen der Gewerkschaft ver.di zu konkreten Schwerpunkten und nötigen Investitionen im Rahmen eines runden Tisches mit Politiker*innen der Finanz- und Sozialsektoren und Wissenschaftler*innen abstimmen.  In Aussicht gestellt wurden wirksame Mehrinvestitionen in die frühkindliche Bildung mit dem Haushaltsplan für 2024.

 

Nach einer bundesweiten Umfrage der Gewerkschaft ver.di unter den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst fehlen aus Sicht der Beschäftigten allein in Sachsen-Anhalt 4.000 Fachkräfte, damit diese ihre pädagogische Arbeit umfassend ausführen können. Mit ihrer Aktion, in der vergangenen Woche, verdeutlichte ver.di die gravierende Personalnot im Bereich der frühkindlichen Bildung. 800 leere Stühle standen im Verhältnis 1:5 sinnbildlich für eine alarmierende Situation in den kommunalen Kitas und Horten vor dem Landtag in Magdeburg. „Die Ausbildung als Erzieher*in ist in Sachsen-Anhalt sehr selten bezahlt und noch seltener attraktiv gestaltet. Hier muss das Land dringend besser Rahmenbedingungen schaffen“ kommentierte Johannes Mielke die aktuelle Lage am Rande der Aktion.

„Wir freuen uns über die hohe Bereitschaft der Parteien, mit uns in diesem wichtigen Thema voran zu kommen. Es braucht ein deutliches Signal an die Beschäftigten in den Einrichtungen, dass sie die Politik nicht im Stich lässt. Die Belastung ist seit Jahren sehr hoch und kaum aushaltbar“, befürwortet die Bezirksgeschäftsführerin Annett Kannenberg-Bode die anstehenden Gespräche. „Ziel muss dabei eine deutliche Verbesserung des aktuell zweitschlechtesten Fachkraft-Kind-Schlüssel im bundesweiten Vergleich sein“, ergänzt sie dabei zuversichtlich. „Das Land wird zukünftig wieder viel mehr Geld in die Hand nehmen müssen, will es auch in Zukunft eine gute und flächendeckende frühkindliche Bildung.“

Ver.di hatte im Sommer die Verhandlungen zum Tarifvertrag Sozial- und Erziehungsdienste einen Abschluss erreicht, durch den unter anderem Vor- und Nachbereitungszeiten für die Beschäftigten, sowie so genannte „Regenerationstage“ eine steigende Personalausstattung in den Einrichtungen notwendig machen wird. Heilerziehungspfleger*innen in der Ausbildung haben nun Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung.

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