Frühneuzeitliche Bildungsarchitekturen. Die »Schulstadt« Franckesche Stiftungen im Vergleich

Frühneuzeitliche Bildungsarchitekturen. Die »Schulstadt« Franckesche Stiftungen im Vergleich
von 15. September 2022 0 Kommentare

› International besetzte Tagung legt Grundstein für eine vergleichende Architekturgeschichte von vormodernen Schulbauten und Bildungsräumen.

 

› Die Tagung ist eingebettet in die Vorbereitung des Upstream-Prozesses zur Prüfung eines neuen Antrags der Franckeschen Stiftungen auf Aufnahme in das UNESCO-Welterbe, unterstützt vom Land Sachsen-Anhalt.

› Dr. Sebastian Putz, Staatssekretär für Kultur in der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, begrüßen am 13. Oktober 2022 15 ExpertInnen aus sechs europäischen Ländern in den Franckeschen Stiftungen.

› Einladung zum öffentlichen Abendvortrag am 14. Oktober 2022 um 18.30 Uhr »August Hermann Franckes erfolgreiches Scheitern und die Transformation vom Waisenhaus zur Schulstadt unter Gotthilf August Francke«, Thomas Eißing (Bamberg )

13.–15. OKTOBER 2022

Am 13. Oktober 2022 um 14 Uhr eröffnen der Staatssekretär für Kultur in der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Sebastian Putz, und Stiftungsdirektor Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen eine internationale Tagung, die den Grundstein für eine vergleichende Architekturgeschichte von vormodernen Schulbauten und Bildungsräumen auf internationaler Ebene legen will. Die Veranstaltung ist eingebettet in die Vorbereitungen für einen neuen Antrag der Franckeschen Stiftungen auf Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe. Bis zum Jahr 2023 fördert das Land Sachsen-Anhalt die Erarbeitung der inhaltlichen Grundlagen und der Konzeption sowie anschließend des sogenannten Upstream-Prozesses. Hierbei soll, im Dialog mit ICOMOS International und nach eingehender Prüfung, eine endgültige Entscheidung über die Aufnahme des Antragsverfahrens gefällt werden.

Die Glauchaschen Anstalten in Brandenburg-Preußen, die heutigen Franckeschen Stiftungen in Halle, waren eine außergewöhnliche Bildungseinrichtung des 18. Jahrhunderts. Hier wurden junge Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status und ihrem Geschlecht erzogen und ausgebildet. Zu diesem Zweck wurde ein in vier Typen gegliedertes Schulsystem (Elementarschulen, Lateinschule, Königliches Pädagogium, Mädchenschulen) geschaffen, in dem lebensnaher Unterricht, Lehrerausbildung und Begabtenförderung systematisch angewandt wurden. Das zugrundeliegende pietistische Erziehungskonzept ist in den erhaltenen Gebäuden der Stiftungen, die auch heute noch für pädagogische Zwecke genutzt werden, noch ablesbar. Die Tagung Frühneuzeitliche Bildungsarchitekturen. Die »Schulstadt« Franckesche Stiftungen im Vergleich will der Frage nachgehen, wie außergewöhnlich die Stiftungen in einer übergreifenden, vergleichenden und internationalen Perspektive waren.

Die Organisatoren der Tagung, Dr. Thomas Grunewald und Prof. Dr. Holger Zaunstöck, Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen, konstatierten bei der Vorbereitung zunächst ein Forschungsdesiderat. Zahlreiche lokale Studien zur Geschichte des Schulbaus vor 1800 stehen vor allem in internationaler Perspektive derzeit unverbunden nebeneinander. Umfassende und vergleichende Studien zu Schulbauten und Bildungsarchitektur in der Frühen Neuzeit gibt es kaum. Immer noch eine zentrale Referenz ist das vor über 50 Jahren erschienene Werk von Hermann Lange »Schulbau und Schulverfassung der frühen Neuzeit« (1967). »Die Vorbereitung der Tagung wurde also von der Frage geleitet: Wie kann eine vergleichende Architekturgeschichte von Schulbauten und Bildungsräumen auf der Basis der Sozial-, Kultur-, Religions- und Bildungsgeschichte konzipiert werden und wie ist die »Schulstadt« der Glauchaschen Anstalten darin zu verorten?«, erläutert Dr. Thomas Grunewald.

Ausgehend von dem Befund fehlender (international) vergleichender Studien und den damit verbundenen Fragestellungen werden sich vom 13.–15. Oktober 2022 in den Franckeschen Stiftungen 15 WissenschaftlerInnen u.a. aus Großbritannien, Portugal, Tschechien, Belgien, Dänemark und Deutschland aus interdisziplinärer Perspektive mit der Bildungsarchitektur der Frühen Neuzeit in Theorie und Praxis auseinandersetzen. Die fruchtbaren und differenzierten Forschungen in den verschiedenen Ländern sollen miteinander verbunden und konkrete Architekturbeispiele aus verschiedenen vormodernen Territorien und religiösen Kulturräumen beleuchtet sowie unterschiedliche Bildungskonzeptionen in den Blick genommen werden.

Frühneuzeitliche Bildungsarchitekturen. Die »Schulstadt« Franckesche Stiftungen im Vergleich

Internationale, interdisziplinäre Tagung im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen

13.–15. Oktober 2022

www.francke-halle.de

Um Anmeldung wird bis zum 10. Oktober 2022 bei Dr. Thomas Grunewald (grunewald@francke-halle.de) gebeten.

Öffentlichen Abendvortrag

  1. Oktober 2022 um 18.30 Uhr

August Hermann Franckes erfolgreiches Scheitern und die Transformation vom Waisenhaus zur Schulstadt unter Gotthilf August Francke

Thomas Eißing (Bamberg)

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