Tag der offenen Schlösser 2022

Tag der offenen Schlösser 2022
von 3. Juni 2022 0 Kommentare

Am Pfingstmontag den 6. Juni öffnen in ganz Sachsen-Anhalt wieder ausgewählte Schlösser ihre Türen und Burgtore für den landesweiten Tag der Schlösser. Organisiert wird das Ganze bereits zum fünften Mal vom Verband Historische Häuser und Gärten Sachsen-Anhalt. Dieser vereint Burgen, Schlösser, Klöster und Rittergüter im Bundesland, die ausschließlich in Privatbesitz sind. Sie sind die Heimat adeliger und bürgerlicher Familien, mitunter seit Jahrhunderten, manchmal erst seit wenigen Jahren.

 

Nach zweijähriger Corona-Pause öffnen im Rahmen dieses landesweiten Aktionstages auch die Burg- und Schlossanlagen in Burgliebenau und Dieskau ihre Türen für interessierte Besucher.

Gäste können hier am Pfingstmontag Geschichte lebendiger als in jedem Museum erleben.

Und natürlich kann man erfahren, ob es im 21. Jahrhundert wie im Märchen ist, in einem alten Schloss zu wohnen und die Verantwortung dafür zu tragen.

Familie von Rauchhaupt führt durch Schloss Dieskau 11 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr.

Familie Prasse öffnet die Tore der Bischofsburg in Burgliebenau ab 10 Uhr zu stündlichen Führungen.

Eintritt beträgt jeweils 5 € zugunsten der Sanierung der historischen Gemäuer.

 

Ein Überblick über alle Mitglieder und die dieses Jahr geöffneten Häuser finden man unter www.schloesser-sachsen-anhalt.de.

 

Hintergrund

Die Erhaltung von Burgen, Schlössern, Herrenhäusern und Parks in Sachsen-Anhalt braucht sicher Geld, vor allem aber Tatkraft, Ideen und Unterstützung. Diesen Zielen hat sich eine neu gegründete Gesellschaft verschrieben, die Anfang 2015 auf der Wasserburg in Gommern ins Leben gerufen wurde.

„Historische Häuser und Gärten Sachsen-Anhalt“ – so der Name des Zusammenschlusses – vereint dabei ausschließlich jene alten Adelssitze, die in privatem Besitz sind. Doch es sind nicht nur Vertreter alter Adelsfamilien, wie die v. Bismarcks oder v. Rauchhaupts, die dem Netzwerk angehören. Genauso finden sich bürgerliche Unternehmer, die dem Verfall des steingewordenen Erbes im eigenen Dorf nicht mehr tatenlos zusehen wollten. Andere wiederum haben sich irgendwann den Kindheitstraum vom Schloss erfüllt.

Dutzende öffentliche Veranstaltungen bieten die Mitglieder des Verbandes an. Dazu kommen unzählige Privat- und Firmenevents, die in den Schlössern und Burgen stattfinden. Stattlich ist auch die Summe der Investitionen, die in die Restaurierung der alten Kästen geflossen sind. Zumeist übrigens ohne Fördermittel.

 

Geld für Farbe

Wer hundert Fenster zu reparieren oder sechzig Türen zu streichen hat, der braucht also den einen oder anderen Geldschein. Die meisten Häuser im Netzwerk stehen deshalb regelmäßig Besuchern offen, ob als Hotel, für Führungen oder Eventkulisse. Touristische Vermarktung, aber auch Erfahrungsaustausch gehören daher auch zu den vorrangigen Zielen des Vereins. „Wir wollen unsere Häuser durch Nutzung erhalten, für unsere Familien und für die Gesellschaft. Sie sind geschichtliche Zeugnisse Sachsen-Anhalts, lebendiger als jedes Schlossmuseum.“ so Gründungsvorsitzender Matthias Prasse.

Große landwirtschaftliche Latifundien wie in vergangenen Jahrhunderten hat jedoch kaum einer der neuen Schlossherren. Dafür riesige Dachflächen und morsche Balken.

Viele Mitglieder sehen deshalb den Verband als wirkungsvolle Vermarktungschance, um über die jeweilige Region hinaus neue Besucher zu gewinnen. Denn gerade für den ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt bietet der Kulturtourismus hohe Wachstumsmöglichkeiten. Dies erfordert aber Erfahrungsaustausch, Vernetzung und konsequente Positionierung.

Die Mitglieder des Verbandes kommen mittlerweile aus allen Teilen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Ihre Bauten vereinen so auch sämtliche Epochen mitteldeutscher Kunstgeschichte der letzten achthundert Jahre, von der mittelalterlichen Wasserburg bis zum Herrenhaus aus der Gründerzeit.

 

Tag der offenen Schlösser

Am gemeinsamen „Tag der offenen Schlösser“ wird bereits zum 6. Jahr konzentriert an einem Tag Tore und Türen geöffnet, um großen und kleinen neugierigen Gästen einen Einblick ins reale Schlossherren-Dasein zu geben.

Doch die Mitglieder wollen nicht nur Ahnenporträts und Jagdtrophäen präsentieren. Ihnen geht es auch darum, über die Herausforderungen ihres Alltags zu berichten, der im Land der Frühaufsteher nicht immer rosig ist. So stellen enorme Abwasser- und Straßenausbaubeiträge und behördliche Forderungen enorme Belastungen für den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz dar.

Besucher können sich also am Pfingstmontag auf eine spannende Mischung aus Geschichte, Natur, Kunst und Kulinarik freuen. Wer mag, spaziert durch Landschaftsparks im englischen Stil oder fachsimpelt in historischen Küchengärten. Während Führungen überall angeboten werden, gibt es in manchen altehrwürdigen Mauern auch kleine Sonderausstellungen und Vorträge.

An allen Orten gibt es zu sehen, zu hören und zu schmecken.

Die Besitzerfamilien der privaten Burgen, Schlösser und Herrenhäuser Sachsen-Anhalts freuen sich auf Besucher.

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