Sonntagsarbeit darf nicht ausgeweitet werden

von 5. Mai 2020

„Die Beschäftigten insbesondere im Einzelhandel müssen nicht nur einen teilweise erhöhten Kundenansturm bewältigen, sondern sind auch in erhöhtem Maße dem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt. Durch erweiterte Arbeits- und Öffnungszeiten kann die gebotene Entlastung keinesfalls erreicht werden“, sagt Susanne Wiedemeyer, DGB-Vorsitzende in Sachsen-Anhalt.

„Als Allianz für den freien Sonntag fordern wir die Arbeitgeber auf, dem Schutz ihrer Beschäftigten in dieser Zeit höchste Priorität beizumessen. Angesichts des derzeitigen Krankenstands sind Arbeits- und Gesundheitsschutz, ausreichende Regenerationszeiten und Erhöhung der Personalquote die Mittel der Wahl, die Bevölkerung mit den Waren und Dienstleistungen zu versorgen.“

Weiterhin fordert die Allianz für den freien Sonntag, dass die in der COVID-19-Arbeitszeitverordnung erteilten Ausnahmegenehmigungen wie etwa die Freigabe der Sonntage für die Produktion existenzieller Güter nach Eindämmung der Pandemie umgehend wieder aufgehoben werden. Die Krise darf nicht dazu führen, dass in ihrer Folge das Niveau der gesetzlichen Regelungen zu Arbeitszeiten oder Mitbestimmung abgesenkt wird.

Die Allianz für den freien Sonntag Sachsen-Anhalt ist eine landesweite Initiative, die von gewerkschaftlichen und kirchlichen Organisationen sowie Vereinen unterstützt wird und sich für den Sonntag als Tag der Arbeitsruhe, der Religionsausübung, der Familie und des Ehrenamts einsetzt. Sie ist auf der Bundesebene sowie in Bundesländern und Regionen verankert (http://www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de). Sonntagsallianzen und ähnliche Initiativen bestehen auch in weiteren EU-Ländern.