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Bienen nutzen Heilstoffe des Honigs als Medikament

Weltweit gibt das Bienensterben Anlass zu großer Sorge. Auch Darmkrankheiten tragen in erheblichem Maße zum Sterben ganzer Bienenvölker bei. Bienen sind jedoch in der Lage, sich selbst vor Infektionen schützen, indem sie die natürlichen Heilstoffe des Honigs nutzen. Im Gegensatz zu gesunden Tieren bevorzugen kranke Bienen die Honige, die besonders wirksam gegen Infektionen des Darms sind. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in ihren aktuellen Untersuchungen. Die wegweisenden Ergebnisse sind jetzt im Fachmagazin „Behavioral Ecology and Sociobiology” erschienen.

Bienen nutzen Heilstoffe des Honigs als Medikament

In einem Bienenstock leben viele Tausend Bienen auf engem Raum bei über 30 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit zusammen. Es herrschen ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Die Infektion wehren Bienen zum einen mit Hilfe ihres Immunsystems ab. Zum anderen enthält der von ihnen produzierte Honig natürliche Inhaltsstoffe, die gegen Bakterien, Pilze oder Viren wirken. Diese können den Bienen helfen, ihre Krankheiten zu kurieren.[nbsp]

Die Wissenschaftler um Dr. Silvio Erler und Prof. Dr. Robin Moritz von der Universität Halle untersuchten gemeinsam mit Forschern der Universität Cluj-Napoca (Rumänien), ob Honig von den Bienen nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel zur Behandlung von Bienenkrankheiten genutzt wird. „Wir haben untersucht, ob Bienen entsprechend ihres Gesundheitszustands bei der Wahl des Honigs neben dem Nährwert, auch den Heilwert berücksichtigen”, so Erler.

Im Labor infizierten die Forscher Bienen mit dem Darmpilz[nbsp]Nosema ceranaeund verglichen dann, wie gesunde und kranke Bienen zwischen verschiedenen Honigen wählten. „Wir beobachteten, dass infizierte Bienen keinen Unterschied zwischen Linden- und Robinienhonig machten. Während Honigtauhonig von ihnen kaum gewählt wurde, hatten sie jedoch eine große Vorliebe für Sonnenblumenhonig, die mit zunehmender Infektion der Bienen sogar anstieg”, sagt Erler.[nbsp]

Anschließend untersuchten die Wissenschaftler die Wirksamkeit der Honige auf die Darminfektion. Und tatsächlich: „Die Bienen wiesen wesentlich geringere Sporenmengen im Darm auf, wenn sie sich ausschließlich von Sonnenblumenhonig ernährt hatten. Bienen, die Honigtauhonig konsumiert hatten, zeigten hingegen einen stärkeren Befall.” Auch im Labortest zeigte der Sonnenblumenhonig eine bessere Wirkung als der Honigtauhonig.[nbsp]

„Honig ist also nicht nur gesund für den Menschen, sondern auch für die Bienen selbst, die im Krankheitsfall nicht den Honig wählen, der besser schmeckt, sondern den, der besser hilft”, so Erler.

Der Artikel “Pathogen-associated self-medication behavior in the honeybee Apis mellifera” ist online abrufbar:http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00265-014-1786-8[nbsp](DOI: 10.1007/s00265-014-1786-8).

In der Print-Ausgabe der Fachzeitschrift “Behavioral Ecology and Sociobiology” erscheint der Artikel im November 2014.

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18.09.2014
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Wissenschaftler diskutieren Entwicklungen in Afrika auf internationaler Konferenz

Forscher des DFG-Schwerpunktprogrammes „Adaption und Kreativität in Afrika“ diskutieren vom 1. bis 4. Oktober 2014 auf ihrer zweiten internationalen Konferenz in der Hauptstadt Senegals, Dakar, die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Programm SPP 1448, das seit 2011 von den Universitäten Leipzig und Halle koordiniert wird, vereint etwa 70 Wissenschaftler aus Deutschland und Afrika, die in zwölf Teilprojekten Prozesse sozialen Wandels in Afrika analysieren.

Wissenschaftler diskutieren Entwicklungen in Afrika auf internationaler Konferenz

Insbesondere wird untersucht, wie afrikanische Gesellschaften mit beschleunigtem globalen Wandel umgehen: Wie finden Anpassungsprozesse statt? Was sind die Quellen von Innovationsprozessen? Wie wird in diesem Umfeld soziale Ordnung hergestellt? In Dakar werden knapp 80 deutsche und internationale Gäste erwartet, um an der viertägigen Ergebniskonferenz teilzunehmen und anschließend gemeinsam mit afrikanischen Partnern auf einem Workshop die Beantragung eines Internationalen Zentrums für Höhere Studien in Afrika zu beraten. Dies ist eine Initiative, die gemeinsam mit dem Forum Transregionale Studien in Berlin organisiert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt wird.

Die Ergebniskonferenz wird unter anderem von Vertretern der DFG sowie dem Deutschen Botschafter im Senegal, S.E. Bernhard Kampmann, eröffnet und begleitet. International renommierte Wissenschaftler aus den Politikwissenschaften, der Anthropologie und den Postcolonial Studies werden auf der Konferenz Keynote Speeches geben, darunter Prof. Dr. Kristin Peterson (UC Irvine, USA), Prof. Dr. Hlonipha Mokoena (Columbia University, USA), Prof. Dr. Gilbert Khadiagala und Prof. Dr. Achille Mbembe (beide Witwatersrand University, South Africa). Darüber hinaus nehmen afrikanische Kooperationspartner aus rund zehn Ländern sowie Vertreter afrikanischer Bildungs- und Forschungseinrichtungen, wie etwa CODESRIA (Senegal), an der Konferenz teil. In einer Round Table-Diskussion zu “The Politics of Infrastructures – Managing the Ebola Epidemic“ werden sozio-politische, ökonomische und legale Aspekte der aktuellen Ebola-Krise diskutiert.

Das SPP 1448 „Adaptation and Creativity in Africa – Technologies and Significations in the Production of Order and Disorder“ ist im Jahr 2011 für eine Förderdauer von sechs Jahren eingerichtet worden. In Zweijahresabschnitten werden Forschungsprojekte gefördert, die an verschiedenen universitären und außeruniversitären Standorten in Deutschland angesiedelt sind. Das Programm wird von Prof. Dr. Richard Rottenburg, Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg (MLU), und Prof. Dr. Ulf Engel, Universität Leipzig, koordiniert.

Das hallesche Teilprojekt des SPP 1448 „Translating Global Health Technologies“ untersucht mit drei deutschen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem afrikanischen Partner unter der Leitung von Prof. Dr. Richard Rottenburg (Universität Halle) und Prof. Dr. Dieter Neubert (Universität Bayreuth), wie in Uganda und Ruanda der Zugang zu medizinischer Versorgung organisiert wird, welche Rolle hierbei Bemühungen um die sogenannte „Globale Gesundheit“ spielen und welche infrastrukturellen, normativen und institutionellen Herausforderungen sich dabei stellen.

Das Leipziger Teilprojekt des SPP 1448 mit zwei Mitarbeiterinnen befasst sich mit „Changing Stateness in Africa“. An der Universität Leipzig wird es von Prof. Dr. Matthias Middell und Prof. Dr. Ulf Engel geleitet, an der Université Yaoundé I in Kamerun von Prof. Dr. David Simo. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich in der ersten Phase damit beschäftigt, wie sich das Verhältnis von Staat und Gesellschaft in Kamerun und Ghana verändert. In der zweiten Phase des Projektes wurde die Forschung auf Äthiopien ausgeweitet. In einer geplanten dritten Phase ist die Einbeziehung Mosambiks als weitere Fallstudie (und mit Prof. Dr. Elisio Macamo, Basel, als weiterem Partner) geplant.

Nach der Konferenz in Dakar ist eine dritte und letzte Ergebniskonferenz im Jahr 2016 geplant, sie wird in Addis Abeba, Äthiopien, dem Sitz der African Union stattfinden.

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12.09.2014
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Fünf erfolgreiche Jahre des “ZIK HALOmem”: Struktur und Dynamik von Membranproteinen

Das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Struktur und Dynamik von Membranproteinen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) – kurz ZIK HALOmem genannt – begeht seinen fünften Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstaltet es am Donnerstag, 11. September 2014, ab 9 Uhr ein Festkolloquium im Tagungsraum des Dormero Hotels Rotes Ross in Halle. Nach fünf Jahren intensiver Arbeit kann das biowissenschaftliche Zentrum auf international sichtbare Forschungserfolge verweisen.

Fünf erfolgreiche Jahre des

Membranproteine sind für die Steuerung und Regulierung wichtiger Funktionen im menschlichen Körper verantwortlich. „Durch ihre funktionelle Vielfalt spielen sie eine zentrale Rolle in zahlreichen biologischen Prozessen“, sagt Prof. Dr. Milton T. Stubbs, Direktor des ZIK. Dazu gehören die Regulation des Stoff- und Informationsaustauschs innerhalb und zwischen Zellen, die Energiegewinnung sowie der Erhalt der strukturellen und funktionellen Integrität der Zellbestandteile. Membranproteine sind deshalb nicht nur von akademischem Interesse: Mehr als die Hälfte aller derzeit im Einsatz befindlichen Therapeutika zielen auf Membranproteine ab. Somit genießen diese biologischen Makromoleküle eine sehr große medizinische und pharmazeutische Bedeutung.

„Das Verständnis zur Wirkungsweise dieser Moleküleklasse ist jedoch noch relativ rudimentär“, erklärt Stubbs. Im ZIK HALOmem wurden die Weichen für die Strukturbiologie von Membranproteinen gestellt. Dass sich in den vergangenen fünf Jahren das zugrunde liegende Ziel – eine enge Verzahnung von Membranproteinbiochemie und Membranbiophysik – bewährt hat, gibt einen weiteren Anlass zu diesem Festkolloquium. Neben Beiträgen der Mitglieder des ZIK HALOmem über Bilanz und Ausblick der Forschungseinrichtung werden Vorträge international bekannter Wissenschaftler aus Antwerpen, Dublin, Frankfurt und Oxford einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand der Strukturforschung an Membranproteinen bieten.

Seit 2009 arbeiten im ZIK HALOmem die zwei Nachwuchsgruppen „Membranproteinbiochemie“ (Leiter Dr. Mikio Tanabe, vorher Vanderbildt University, USA) und „Biophysikalische Chemie der Membranen“ (Leiterin Juniorprofessorin Dr. Kirsten Bacia, vorher University of California at Berkeley, USA) eng zusammen, um neue Werkzeuge für die Aufklärung der Struktur und Dynamik von Membranproteinen zu entwickeln. Besonders erwähnenswert ist die Verleihung des Hugo-Junkers-Preises für Innovation 2013 für gemeinsam veröffentlichte Forschungsergebnisse der beiden Nachwuchsgruppen.

Strategisch hat sich der wissenschaftliche Fokus von ZIK HALOmem zu einer zentralen Thematik in einer Reihe von interdisziplinären Forschungsverbünden in Halle entwickelt und wird von den beiden naturwissenschaftlichen Schwerpunkten der Landesförderung „Molekulare Biowissenschaften“ und „Nanostrukturierte Materialien“ sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Es verstärkt und erweitert den traditionellen Fokus der Proteinbiochemie in Halle.

Einige Arbeitsgruppen des ZIK HALOmem werden im Jahr 2016 in den geplanten Forschungsneubau Charles Tanford Proteinzentrum umziehen.

Das Ziel des ZIK-Programms (vollständiger Titel „Zentren für Innovationskompetenz – ZIK: Exzellenz schaffen – Talente sichern“) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) lautet „herausragende Forschungsansätze an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den ostdeutschen Ländern zu international renommierten Zentren auszubauen, um langfristig wirtschaftlich erfolgreiche, international wettbewerbsfähige Cluster zu entwickeln“.

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09.09.2014
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Uni-Absolventen plaudern aus dem Nähkästchen

„Und was kann man später damit machen?“ heißt es am Samstag, 13. September 2014, wenn Studierende und Uni-Absolventen beim Berufe-Speed-Dating über ihren Studien- oder Berufsalltag berichten. Dazu lädt der studentische Verein Jugenduni e. V. von 11 bis 14 Uhr Schüler aller Schulformen auf den halleschen Universitätsplatz ein. Noch gibt es für die Veranstaltung, die von Studierenden und Absolventen der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg (MLU) organisiert wird, einige freie Plätze.

Uni-Absolventen plaudern aus dem Nähkästchen

„Mit dem Berufe-Speed-Dating wollen wir zeigen, welche verschiedenen Wege es in den Beruf überhaupt gibt“, erklärt Christoph Richter von der Jugenduni Halle. Viele der erwachsenen Teilnehmer haben selbst studiert und können damit authentische Einblicke in Studium und Beruf geben. „Es geht aber nicht um eine reine Studienberatung“, so Richter weiter, „sondern um einen lockeren Austausch darüber, einen Beruf auf Herz und Nieren zu prüfen.“

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Freiwilligentages der Freiwilligen-Agentur Halle- Saalekreis statt und soll Schülern einen direkten Einblick in mögliche Berufswege nach dem Studium vermitteln. Das Berufe-Speed-Dating funktioniert im Prinzip wie das normale Kuppel- Format: In der ersten Runde lernen die Schüler Absolventen und Studenten verschiedener Fachrichtungen kennen, die über ihre Erfahrungen im und nach dem Studium berichten. Dabei wird immer im Sieben-Minuten-Takt gewechselt, sodass die Schüler möglichst viele Eindrücke erhalten. Danach können die Schüler entscheiden, mit welchem ihrer Gesprächspartner sie noch einmal sprechen wollen, um noch mehr zu erfahren.

Die Jugenduni eröffnet mit dem Berufe-Speed-Dating ihre diesjährige Veranstaltungsreihe zur Studienorientierung. So findet neben dem Schnupperstudium im Wintersemester auch wieder eine Jugenduniwoche in den Herbstferien statt, bei der sich Schüler Fachvorträge von Wissenschaftlern anhören können.

Schüler können sich noch bis zum 12. September via E-Mail für die Veranstaltung anmelden.

Informationen zur Jugenduni und ihren Veranstaltungen finden Sie unter www.jugenduni.de.

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09.09.2014
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Neue Studie zur Akzeptanz von Windparks vor den Ost- und Nordseeküsten

Offshore-Windenergie trifft auf Akzeptanz: Die Anwohner der Küsten von Nord- und Ostsee sowie Touristen, die diese Gegenden bereisen, zeigen überwiegend positive Einstellungen gegenüber großen Windparks, die vor die Küsten ins Meer gebaut werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die von 2009 bis 2013 durch die Arbeitsgruppe Gesundheits- und Umweltpsychologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) durchgeführt und nun abschließend ausgewertet wurde. Sie beschreibt erstmalig für Deutschland die Entwicklung der Akzeptanz von Offshore-Windparks über einen längeren Zeitraum und ist auch international eine der ersten Untersuchungen dieser Art.

Neue Studie zur Akzeptanz von Windparks vor den Ost- und Nordseeküsten

Verbaute Horizonte, Angst vor havarierten Schiffen und ölverschmierten Stränden? Die aufwändige Untersuchung macht deutlich, dass viele Menschen Windparks vor der Küste positiv gegenüberstehen. Jedoch ist die Akzeptanz deutlich höher, wenn die Anlagen fern der Küste errichtet werden, die Sicherheit der Seeschifffahrt an erster Stelle steht und Bürger angemessen bereits im Planungsprozess informiert und einbezogen werden. Der Bericht „Akzeptanz der Offshore-Windenergienutzung“ beschreibt auch, dass vor allem Touristen küstennahe Anlagen positiver bewerteten als die Anwohner, sich aber gleichwohl stärker um die Auswirkungen auf die Meeresumwelt sorgten.

„Die Erfahrungen aus den untersuchten Projekten und die Meinungen der Anwohner und Touristen bieten wertvolle Hinweise für eine Strategie, um langfristig die Akzeptanz von Offshore-Windenergie zu sichern“, sagt die Psychologin Prof. Dr. Gundula Hübner, zusammen mit Dr. Johannes Pohl Autorin des Berichts. Ihre Empfehlungen lauten daher, die Bevölkerung frühzeitig einzubeziehen sowie die Grenzen und Möglichkeiten der öffentlichen Beteiligung offenzulegen. Das vermeide Misstrauen oder Vertrauensverlust seitens der Bürger.

Die Betreiber sollten sich vergegenwärtigen, dass die Anwohner keine Fachleute für Planungs- und Genehmigungsverfahren seien und erklären, welchen Ablauf und welche Regeln es gebe, so die Autoren. Wichtig sei es zudem, die lokalen Medien einzubeziehen und lokale Meinungsführer als Multiplikatoren zu erreichen. Dabei sei eine Kommunikationsstrategie für den Gesamtprozess hilfreich. Nicht zu unterschätzen sei zudem das Expertenwissen der Anwohner, die unter anderem wichtige Hinweise zum Standort der Anlagen geben könnten. „Eine Garantie für einen problemlosen Verlauf gibt es nicht, aber mit Partizipation dürften sich die großen öffentlichen Konflikte eher begrenzen lassen als ohne“, so Gundula Hübner.

Für die Studie der MLU wurden Anwohner, Touristen und auch lokale Experten dreimal im Abstand von ein bis zwei Jahren, 2009, 2011, 2012, befragt. Die erste Befragung lag jeweils vor oder während des Baus eines solchen Windparks. Die Erhebungen fanden wiederum in vier Regionen an der deutschen Nord- und Ostseeküste statt. Einbezogen wurden auch zwei Vergleichsregionen, vor deren Küste auch langfristig keine Offshore-Windparks geplant sind.

An der Nordsee wurden die ostfriesischen Inseln Borkum und Norderney ausgewählt, wo zwei dieser Windparks zu finden sind: „Riffgat“, nah an der Küste von Borkum, und „Alpha Ventus“, der weiter im Meer liegt, und somit beide Inseln betrifft. Als Vergleichsregion diente die nordfriesische Insel Föhr. In der Ostsee wurde die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ausgewählt, vor deren Küste „Baltic 1“ gebaut wurde und „Baltic 2“ in Planung war. Die Halbinsel Usedom diente als Vergleichsregion.

Neben einer Befragung der Anwohner und Touristen wurden Interviews mit den lokalen Akteuren durchgeführt, zudem fanden Workshops mit Experten und Anwohnern zu Möglichkeiten der konfliktärmeren Errichtung von Offshore-Windparks statt.

Die Durchführung der Studie erfolgte in Kooperation mit Dr. Elke Bruns (Büro für Umweltforschung, Umweltplanung und Beratung, Berlin; Analyse der Konfliktlinien), Prof. Dr. Sören Schöbel-Rutschmann (TU München; Windparkgestaltung) und Prof. Dr. Michael Vogel (HS Bremerhaven; Touristen-, Expertenbefragung).

Die Untersuchungen wurden mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Das Projekt ist zudem Bestandteil der Forschungsinitiative „Research at alpha ventus“ (RAVE), die vom gleichen Bundesministerium gefördert und vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik koordiniert wird.

Download des Berichts:[nbsp]www.akzeptanz-windenergie.de

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05.09.2014
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Amtszeit des neuen Rektorats beginnt heute

Die vierjährige Amtszeit des neuen Rektorats der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beginnt heute. Prof. Dr. Udo Sträter geht gemeinsam mit Prorektorin Prof. Dr. Birgit Dräger in die zweite Amtsperiode. Neu im Rektorats-Team der größten Hochschule in Sachsen-Anhalt ist Prorektor Prof. Dr. Michael Bron. Die Wahl der dritten Prorektorin findet in der Senatssitzung am 15. Oktober statt.

Amtszeit des neuen Rektorats beginnt heute

Der erweiterte Senat der Universität hatte den 62-jährigen Kirchenhistoriker Udo Sträter im ersten Wahlgang für eine weitere Amtszeit gewählt und damit im Amt bestätigt. Am 17. Juli bestimmte der einfache Senat zwei der von Sträter vorgeschlagenen Kandidaten für die Ämter der Prorektoren. Die Pharmazeutin Birgit Dräger (57) bleibt damit auch in der neuen Periode Prorektorin für Struktur und Finanzen. Neu gewählt wurde der Chemiker Michael Bron (46) als Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Beide wurden im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt.[nbsp]

In der Oktobersitzung des Senats stellt sich die dritte von Sträter vorgeschlagene Kandidatin für das Amt der Prorektorin für Studium und Lehre zur Wahl. Die für das Team vorgesehene Psychologin Prof. Dr. Reante Rau wegen eines Forschungsaufenthalts im Ausland zuvor nicht gewählt werden. Bis zum Amtsantritt der Prorektorin wird Rektor Sträter die Aufgaben des Prorektorats für Studium und Lehre übernehmen.

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01.09.2014
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“Euro Music Festival” in Halle

Zum dritten Mal ist das Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg[nbsp](MLU) Gastgeber für das renommierte „Euro Music Festival“. Musik-Dozenten und[nbsp]hervorragende junge Künstler aus aller Welt werden in den kommenden Wochen vom 21.[nbsp]Juli bis 24. August 2014 in Halle als Teilnehmer erwartet und treten bei Konzerten auf.
Hallenser und Musikinteressierte aus der Region dürfen sich auf attraktive musikalische[nbsp]Highlights freuen. Das Eröffnungskonzert des „Euro Music Festivals“ findet am Dienstag, 22.[nbsp]Juli, um 19:30 Uhr in der Aula der Universität im Löwengebäude statt.

Junge Solisten und Ausnahmetalente lassen zum Eröffnungskonzert ein nachhaltiges[nbsp]künstlerisches Event erwarten. Zu erleben sind die Violinistin Elina Rubio Pentcheva, die[nbsp]Cellistin Nadege Rochat sowie am Klavier Ya-En Lee und Bernd Puschmann. Es erklingen[nbsp]Werke von Guiseppe Tartini, Fritz Kreisler, Franz Schubert, Johannes Brahms und Heinz[nbsp]Holliger.

Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 10 Euro und für alle Universitätsangehörigen 5 Euro.[nbsp]In den kommenden Wochen stehen im Rahmen des „Euro Music Festivals“ weitere hochkarätige[nbsp]Konzerte auf dem Programm, die von Professoren und Teilnehmern der verschiedenen[nbsp]instrumentalen und vokalen Meisterklassen ausgerichtet werden. Einen Überblick über die[nbsp]Konzerte können Musikinteressierte dem Internet entnehmen unter www.emfconcert.blogspot.kr.

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18.07.2014
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Ziegen, die auf Männer starren? – Auch Nutztiere wissen, wann sie beobachtet werden

Nutztiere ändern ihr Verhalten in Abhängigkeit von der Aufmerksamkeit des Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt der Biologe Christian Nawroth, der in seiner Doktorarbeit am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg untersucht, zu welchen höheren Erkenntnisleistungen diese Tiere fähig sind. In Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (Mecklenburg-Vorpommern) führte er Versuche mit Zwergziegen durch, die bisher Primaten vorbehalten waren. In der Fachzeitschrift „Animal Cognition“ wurde der Artikel in Anspielung auf eine amerikanische Filmkomödie unter dem Titel „Goats that stare at men“ soeben veröffentlicht.

Ziegen, die auf Männer starren? - Auch Nutztiere wissen, wann sie beobachtet werden

Zwergziegen reagieren deutlich auf die Aufmerksamkeit des Menschen. In den Versuchen, die Christian Nawroth durchführte, waren sie zum Beispiel weniger aktiv und starrten länger, wenn der Experimentator seinen Kopf von den Tieren abgewandt hatte oder ihnen sogar den Rücken zudrehte. „Das deutet darauf hin, dass Zwergziegen die Rolle eines Menschen, und hier speziell dessen Aufmerksamkeitszustand ihnen gegenüber, im Kontext der Futtergabe interpretieren können”, sagt Nawroth. Durch weitere Tests, in welchen den Ziegen verschiedene menschliche Zeige- und Kopfgesten die Position einer versteckten Futterbelohnung anzeigten, konnte darüber hinaus nachgewiesen werden, dass Zwergziegen zwar in der Lage sind, zwischen verschiedenen Kopforientierungen eines Menschen zu unterscheiden, jedoch die Blickrichtung des Menschen alleine nicht als Informationsquelle bei der Futtersuche nutzen können.

Diese vermeintlich einfachen Erkenntnisse sind neu und nützlich. „Aufbauend auf dem Wissen über die kognitiven Fähigkeiten von Nutztieren kann deren Haltung verbessert und ihr Wohlbefinden gesteigert werden. Fehlende Kenntnisse über ihr kognitives Potential können sowohl zu einem falschen Umgang mit den Tieren als auch zu fehlerhaften Planungen im Stall führen”, erklärt Nawroth das Ziel seiner Untersuchungen am Lehrstuhl für Tierhaltung und Nutztierökologie bei Prof. Dr. Eberhard von Borell an der Universität Halle.[nbsp]

Für die Untersuchung wurden aus dem Bestand des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie, an dem Wissenschaftler bereits seit mehreren Jahren das Lernverhalten von Nutztieren untersuchen, zwölf weibliche Zwergziegen (Capra hircus) mit einer, bisher vorrangig bei Primaten und noch niemals bei Nutztieren verwendeten, Versuchsanordnung getestet. Ein Experimentator präsentierte – unerreichbar für das Tier – ein Futterstück hinter einem Gitter. Anschließend nahm er für die Dauer von 30 Sekunden verschiedene Kopf- und Körperhaltungen ein, mit denen ein unterschiedlicher Grad an Aufmerksamkeit gegenüber dem Tier ausgedrückt werden sollte. Erst danach gab er dem Tier das Futter durch das Gitter.[nbsp]

Wurde in ähnlichen Versuchen bei Primaten in diesem Zeitraum meistens die Anzahl und Dauer von so genannten Bettelgesten zur Interpretation der Aufmerksamkeit des Menschen gemessen, musste bei den Zwergziegen auf andere Verhaltensparameter zurückgegriffen werden. Die Wissenschaftler untersuchten, wie intensiv die Ziegen eine Erwartungshaltung der kommenden Futtergabe in ihrem Verhalten anzeigten – entweder durch gesteigerte Aktivität vor dem Gitter

[nbsp]oder in einer Art Alarmstellung, in welcher die Tiere reglos auf die Futterbelohnung „starrten”

Auf diese ersten Ergebnisse aufbauend soll nun in weiterführenden Studien am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie geklärt werden, inwiefern Zwergziegen über ein tatsächliches Verständnis der Aufmerksamkeitszustände anderer Individuen verfügen oder ob das gezeigte Verhalten ausschließlich auf komplexe Lernvorgänge zurückführbar ist. Ersteres konnte bisher nur bei Primaten und einigen Vogelarten nachgewiesen werden. „Die Ergebnisse des Projekts legen nahe, dass domestizierte Nutztiere offensichtlich zu höheren Erkenntnisleistungen befähigt sind, als dies bisher vermutet wurde”, so Nawroth.

Publikation:
Nawroth, C., von Borell, E., Langbein, J. (2014) “Goats that stare at men” – Dwarf goats alter their behaviour in response to human head orientation but do not spontaneously use head direction as a cue in a food-related context. Animal Cognition
doi: 10.1007/s10071-014-0777-5
Link:[nbsp]http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10071-014-0777-5

Videos – Copyright: Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)

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14.07.2014
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13. Lange Nacht der Wissenschaften in Halle mit positiver Bilanz

Auch wenn Halle im Viertelfinal-Fieber war: Die 13. Lange Nacht der Wissenschaften zog gestern Abend bis heute in die frühen Morgenstunden wieder viele Besucher an. Erstmals standen mehr als 350 Veranstaltungen auf dem Programm, das die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen mit zahlreichen Forschungseinrichtungen und der Stadt Halle organisiert hatte.
13. Lange Nacht der Wissenschaften in Halle mit positiver Bilanz

„Die Freude und die Neugier der Hallenser ist ungebrochen. Erneut hat die Lange Nacht der Wissenschaften auf populäre Weise gezeigt, wo die Stärken des Wissenschaftsstandorts Halle liegen, und wie groß dessen Potenziale sind. Ich bedanke mich bei allen, die dazu beigetragen haben, die Wissenschaftsnacht auch im WM-Jahr zu einem großen Erfolg zu machen”, sagte Rektor Prof. Dr. Udo Sträter.

Gezählt wurden die Besucher an den zentralen Orten der Langen Nacht der Wissenschaften. Auf den Von-Seckendorff-Platz am Campus Heide-Süd kamen am Abend insgesamt 900 Gäste – ein Höhepunkt dort war das computergesteuerte Feuerwerk mit Musik. Insgesamt 1.800 Gäste zählte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina am Jägerberg in der Innenstadt. Sehr gut besucht war nach dem Fußballspiel der Universitätsplatz, wo den ganzen Abend über ein Bühnenprogramm geboten wurde. Um 23 Uhr wurden dort noch 1.200 Besucher gezählt.

Was in der Langen Nacht der Wissenschaften los war, zeigt der digitale Rückblick mit Storify und Bildergalerie im Unimagazin: www.magazin.uni-halle.de/16518/13-lange-nacht-der-wissenschaften-staunen-twittern-jubeln

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05.07.2014
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Outdoor-Learning selbst erfahren

Die Arbeitsgruppe der Geographie- und der Biologie-Didaktik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat das innovative Format der ICOLE (International Conference of the Outdoor Learning Environment) nach Halle geholt, um es hier gemeinsam mit internationalem Fachpublikum weiterzuentwickeln. Dabei geht es um Bildung an freien Lernorten mit erlebnispädagogischen Angeboten. Die Veranstaltung wird als „wandernde Konferenz“ vom 13. bis 19. Juli 2014 in Halle, im Harz und in Berlin stattfinden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die internationale wissenschaftliche Konferenz mit bis zu 24.000 Euro.

Outdoor-Learning selbst erfahren

„Die ICOLE 2014 führt die verschiedenen Fachrichtungen zum Thema Outdoor-Education zusammen“, sagt MLU-Didaktiker Prof. Dr. Martin Lindner, Leiter des Organisationskomitees. „Die Konferenz will dazu beitragen, die Forschung zum naturwissenschaftlichen Lehren und Lernen an authentischen und realen Lernorten zu fördern.“ Neben einem inhaltlichen Austausch, der von Vorträgen und Plenums-Diskussionen bis hin zu Poster-Präsentationen reicht, gibt es praktische Methodenübungen und konkrete Outdoor-Education-Ansätze im Gelände.

Das Besondere dieser Tagung: „Als wandernde Konferenz ermöglicht sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedliche Formen von Outdoor-Learning in verschiedenen Kontexten selbst zu erfahren und die Forschungsmethoden an möglichen Lernorten zu beobachten und zu diskutieren“, erklärt Professor Lindner. Mit einem Projekt zur Rabeninsel im Auengebiet inmitten der Stadt Halle stehen Ergebnisse studentischer Arbeiten der Martin-Luther-Universität im Mittelpunkt. Außerdem thematisiert der Aufenthalt in einem Wildnis-Camp im Nationalpark Harz aktuelle Forschungsansätze zum didaktischen Konzept „Wildnisbildung“. Nicht zuletzt wird der Besuch der Metropole Berlin kulturelle Vielfalt ermöglichen und soziale wie ökologische Fragestellungen von urbanen Räumen berücksichtigen. Exemplarisch stehen diese Stationen der „wandernden“ Konferenz für die Vielfalt der möglichen Lehr- und Lernumgebungen im Outdoor-Education-Bereich.

Die Zielgruppe für die Konferenz bilden in der Outdoor-Education tätige Wissenschaftler, darunter Promovierende, Post-Docs und Studierende sowie Personen aus der Schulpraxis. Voraussichtlich die Hälfte der Teilnehmer wird aus dem Ausland erwartet.

Ziel der Konferenz ist es, gemeinsame internationale Forschungsprojekte anzubahnen. Die Tagung bietet darüber hinaus die Möglichkeit der Vernetzung wissenschaftlich arbeitender Anbieter von Outdoor-Aktivitäten auf internationaler Ebene sowie der Verbreitung einer wissenschaftlich basierten Aus- und Bewertung dieser Angebote. Den Auftakt für eine internationale Zusammenarbeit bildete im Februar des vergangenen Jahres die ICOLE 2013 in Israel:[nbsp]www.weizmann.ac.il/conferences/ICOLE. Diese Konferenz ermöglichte bereits erste Schritte für die Bildung eines internationalen Netzwerks aus Experten für Outdoor-Education.

Weitere Informationen auf dem Veranstaltungsflyer sowie im Internet:www.icole2014.uni-halle.de.

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17.06.2014
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Internationale Tagung “Freiheit als Rechtsbegriff”

Die spannungsvolle Beziehung zwischen juristischen, rechtshistorischen und rechtsphilosophischen Aspekten im Hinblick auf den Begriff „Freiheit“ wird eine interdisziplinäre und internationale Tagung vom 18. bis 20. Juni 2014 näher beleuchten. Veranstalter sind das Seminar für Philosophie und die Professur für Strafrecht und Rechtsphilosophie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Internationale Tagung

„Welches Eigentum gehört zum Menschenrecht auf Freiheit?“ Oder ist vielleicht „Ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts eine Illusion?“ Diese und weitere interessante Fragen erörtern renommierte Wissenschaftler in rund zwanzig Vorträgen. Als Referenten konnten Wissenschaftler unter anderem aus Deutschland, aber auch aus Lodz, Paris, Neapel, Luxemburg, Rom und Padua gewonnen werden.

„Freiheit wird als das fundamentale Gut des modernen Menschen angesehen“, sagt Prof. Dr. Matthias Kaufmann vom Seminar für Philosophie. „Gleichzeitig ist sie Gegenstand intensiver Debatten darüber, welche ihrer Aspekte einen elementaren Kern bilden. Seit dem 18. Jahrhundert verbreitet sich der Gedanke, dass alle Menschen einen Anspruch auf Freiheit zur Selbstbestimmung haben.“ Wie es Kant ausdrückte, sei Freiheit im Sinne der „Unabhängigkeit von eines andern nötigender Willkür“ das einzige angeborene Recht des Menschen.

„Ohne eine rechtliche Garantie, ohne rechtlichen Schutz hat Freiheit nur sehr vorläufigen und begrenzten Nutzen“, ergänzt MLU-Strafrechtler Prof. Dr. Joachim Renzikowski. Insofern sei die Wechselwirkung zwischen Freiheitsideen, Freiheitsforderungen und den rechtlichen Institutionalisierungen, mit denen sie verbrieft werden sollen, stets ebenso essentiell wie von Spannungen begleitet.

Die Tagung wird im Historischen Hörsaal des Löwengebäudes stattfinden (2. Stock, Hörsaal XIV c, Universitätsplatz 11, 06108 Halle Saale). Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen im Tagungsprogramm unterhttp://www.phil.uni-halle.de/confer.

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12.06.2014
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– Ausstellung zu hebräischen Buchrollen aus Qumran – „Blätter aus der Wüste“

Als die israelische-holländische Künstlerin Lika Tov das erste Mal die vom Zahn der Zeit benagten Fragmente von Buchrollen aus Qumran sah, regten deren ungewöhnliche Formen und Konturen ihre Fantasie und Kreativität an. Die Texte auf diesen über 2000 Jahre alten Pergament- und Papyrusblättern entfalteten neue Bedeutungen, die Lika Tov in Grafiken festhalten wollte. Eine ganze Reihe dieser grafischen Bilder wird ab kommenden Mittwoch, 18. Juni, in einer Ausstellung in den Franckeschen Stiftungen gezeigt, zum ersten Mal überhaupt in Deutschland.

– Ausstellung zu hebräischen Buchrollen aus Qumran - „Blätter aus der Wüste“

Die in Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin, der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und den Franckeschen Stiftungen konzipierte Ausstellung ist bis zum 31. August im Historischen Waisenhaus, im Dachgeschoss vor der Kunst- und Naturalienkammer zu sehen. Die Vernissage findet am Mittwoch, 18. Juni, 12.30 Uhr, in Anwesenheit der Künstlerin statt.

Lika Tov wurde in Amsterdam geboren und studierte dort an der Rietveld Academy Gebrauchsgrafik. 1963 wanderte sie nach Israel aus, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann lebt. Lika Tov ist vor allem als Grafikerin tätig und hat mehrere neue grafische Techniken entwickelt. Neben ihrem umfangreichen künstlerischen Werk ist sie weiterhin als Gebrauchsgrafikerin und Illustratorin tätig, hat zahlreiche Bucheinbände, Plakate und Programme gestaltet und vor allem Bibelausgaben bebildert. Einzelausstellungen mit ihren Bildern wurden bisher in Israel, England, den USA und in Japan gezeigt. Die Ausstellung in den Franckeschen Stiftungen ist ihre erste in Deutschland.

Ausstellung der Künstlerin Lika Tov:
„Blätter aus der Wüste – Graphische Variationen zu hebräischen Buchrollen aus Qumran”
Franckesche Stiftungen
Historisches Waisenhaus, Dachkammer
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)
geöffnet vom 18. Juni bis 31. August, täglich außer montags 10 bis 17 Uhr
Eintritt in das Historische Waisenhaus: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

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11.06.2014
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Projekt „start-klar“ in Halle: Uni-Informationen für Studienbewerber werden verbessert

Ein nicht verstandener Merkzettel, ein zu komplex formulierter Webseiten-Eintrag, ein zu[nbsp]spät eingereichtes Formular: Für manchen Studienbewerber ist das unvermeidliche Prozedere auf dem Weg zum Wunschstudium eine echte Herausforderung. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) will es bei dieser Erkenntnis nicht belassen[nbsp]und steuert mit dem Projekt „start-klar“ gezielt dagegen. Das Ziel: Nutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit aller Informationsmaterialien und Formulare. Die Studienbewerber für das Wintersemester 2014/15 profitieren bereits jetzt davon.

Projekt „start-klar“ in Halle: Uni-Informationen für Studienbewerber werden verbessert

Bei der Wahl ihres Studiums müssen Schüler nicht nur die Unüberschaubarkeit eines deutschlandweiten, womöglich weltweiten Studienangebots bewältigen, sondern auch das studienortspezifische Anmelde-Prozedere verstehen. Keine leichte Aufgabe, allein in Halle gibt es 263 Studienprogramme, die sich aus vielen möglichen Fächerkombinationen ergeben.

Im Rahmen des universitären Projekts „start-klar” – initiiert durch die Interdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung (IWE) „Verständlichkeitsforschung” und das Hochschulmarketing[nbsp]der MLU – werden daher alle Informationsmaterialien überprüft und anhand der[nbsp]Auswertungsergebnisse optimiert. Das Projekt läuft seit Frühjahr 2013 mit dem Ziel, die[nbsp]Kommunikation zwischen Studienbewerbern und der Verwaltung der Universität nachhaltig zu verbessern und neu zu gestalten.

„Oberste Prämisse ist die Nutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit des Informationsmaterials beim Erstkontakt potenzieller Studierender mit den Modalitäten der Bewerbung”, sagt Prof. Dr. Matthias Ballod, Fachdidaktiker am Germanistischen Institut. „Dass wichtige Informationen zu den oft recht komplexen Sachverhalten von den Bewerbern nicht gefunden oder nicht richtig verstanden werden, wissen wir durch die regelmäßig durchgeführte Bewerberbefragung”, so Torsten Evers, Referent für Hochschulmarketing in der Stabsstelle des Rektors. „So schlimm habe ich mir das vorher wirklich nicht vorgestellt”, ist daher kein völlig überraschender Kommentar einer Schülerin, die – wie 24 weitere Schüler verschiedener Gymnasien aus Halle – als Probandin fungierte. Die Schüler mussten konkrete Recherche-Aufgaben zur Bewerbung und Einschreibung bewältigen. Ihr Suchverhalten wurde mittels Eyetracking-Technik im Usability-Labor der Fachhochschule Merseburg aufgezeichnet und ausgewertet.

Im Zuge dieser Untersuchungen wurden nicht nur Schwachstellen, zum Beispiel auf der universitären Startseite, sondern auch eine mangelnde Aufnahmefähigkeit der Probanden aufgedeckt. „Die empirische Auswertung des Eyetrackings belegt, dass die vorhandenen Informationen durch flüchtiges Lesen missverstanden werden, durch zu komplexe Seitenstrukturen verloren gehen oder auch gar nicht erst entdeckt werden. „Daraus lässt sich auch
schlussfolgern, dass zukünftige Bewerber stärker angeleitet werden müssen, sich mit den textlichen Informationen intensiver auseinanderzusetzen”, sagt Torsten Evers. Des Weiteren analysierten Germanistikstudenten in einem Textlinguistik-Seminar Merkblätter, Formulare und Internet-Seiten und schlugen Verbesserungen vor. Daraus wurden Leitlinien für eine verständliche optische Gestaltung dieser Informationen konzipiert, die nun umgesetzt werden.

Das Projekt soll auch nach dem Eingang der Ergebnisse in die nun laufende Bewerberphase weitergehen. Denn auch in diese neue Runde wird ausgewertet und die Befunde sollen nach und nach zur Weiterentwicklung des Angebots der MLU eingesetzt werden. In einer nun schon laufenden zweiten Arbeitsphase des Projekts werden zudem sprachliche und semantische Potenziale der Text-Angebote identifiziert und optimiert.

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10.06.2014
hallelife.de - Redaktion
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Frühförderung mittendrin – in Familie und Gesellschaft

Gemeinsam mit dem Institut für Rehabilitationspädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) bereitet die Bundesvereinigung für interdisziplinäre Frühförderung (VIFF) derzeit das XVIII. Bundessymposion zur interdisziplinären Frühförderung vor, das vom 26. bis 28. Februar 2015 in Halle stattfinden wird. Unter dem Titel „Frühförderung mittendrin – in Familie und Gesellschaft“ wird das Themenfeld in Fachvorträgen und Workshops vielfältig thematisiert und damit auch die interdisziplinäre Frühförderung im Land Sachsen-Anhalt gestärkt.

Frühförderung mittendrin - in Familie und Gesellschaft

Der Bundesvorstand der Vereinigung für interdisziplinäre Frühförderung plant im Rahmen einer Vorveranstaltung die Gründung einer Ländervereinigung der VIFF Sachsen-Anhalt. Ehrenamtliche Engagierte aus dem pädagogischen, therapeutischen, kinderärztlichen, psychologischen und sozialen Bereich sollen für die Mitarbeit gewonnen werden.

Im Vorfeld dieses Kongresses finden verschiedene Veranstaltungen statt. Um die Stadt Halle und die Universität selbst näher kennenzulernen, führt der Bundesvorstand gemeinsam mit den Ländervereinigungen der VIFF seine diesjährige gemeinsame Klausurtagung vom 9. bis 10. Mai 2014 an der Martin-Luther-Universität in Halle[nbsp]durch.

Prof. Dr. Christa Schlenker-Schulte, Direktorin des Instituts für Rehabilitationspädagogik der MLU, und ihr Team, kooperieren sehr engagiert mit der VIFF und stärken damit den interdisziplinären Fachaustausch zu aktuellen Frühförderthemen. Damit bringen sie gemeinsam die fachübergreifende Frühförderung für Eltern, die sich um die Entwicklung ihrer Kinder sorgen, voran.

Nähere Informationen zur angekündigten Tagung finden Sie demnächst unter[nbsp]www.fruehfoerderung-viff.de

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07.05.2014
hallelife.de - Redaktion